Rohstoffe
Goldvolatilität in geopolitischen Krisen
Imaru Casanova, VanEck
Gold verzeichnete vor dem Hintergrund steigender Zinsen und eines stärkeren US-Dollars einen Rückgang. Historische Erfahrungen zeigen jedoch, dass Volatilität in Krisenzeiten nicht ungewöhnlich ist. Dank solider Margen sind Goldminenunternehmen gut positioniert, sollte sich der Goldpreis stabilisieren oder weiter ansteigen.
Imaru Casanova, VanEck
Fazit:
- Steigende Zinssätze und ein stärkerer US-Dollar trieben den Ausverkauf im März voran.
- Volatilität während Krisen ist nicht ungewöhnlich, die vergangenen Episoden in den Jahren 2008, 2020 und 2022 zeigen, dass Gold unter unterschiedlichen Bedingungen starke Schwankungen erleben kann.
- Goldminenunternehmen erwirtschaften bei den aktuellen Preisen weiterhin starke Margen und einen robusten Cashflow.
- Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Ergebnisse. Anlagen sind mit Risiken verbunden, die auch einen Verlust des eingesetzten Kapitals einschließen können.
Volatilität in einer Krise ist nicht ungewöhnlich
Die Wertentwicklung von Gold im März hat viele Anleger überrascht. Trotz der starken Eskalation der geopolitischen Spannungen hat der Goldpreis nach einer kurzen Wiederannäherung an das Rekordhoch erneut nachgegeben. Diese Art der Kursentwicklung mag kontraintuitiv erscheinen, ist aber in Krisenzeiten nicht ungewöhnlich. Gold erreichte am 29. Januar ein Allzeithoch von 5.595 Dollar pro Unze. Im Februar fielen die Preise wieder unter die Marke von 5.000 Dollar, standen aber kurz davor, diese Höchststände im März erneut zu testen, als die USA und Israel den Iran angriffen. Der Angriff erfolgte an einem Samstag und früh am darauffolgenden Montag stieg der Goldpreis auf über 5.400 Dollar.
Das Monatshoch wurde jedoch am 2. März bei 5.418 Dollar erreicht. Es folgte ein heftiger Ausverkauf, woraufhin der Goldpreis am 23. März um 1.319 Dollar auf ein Monatstief von 4.099 Dollar fiel, bevor er den März bei 4.668,06 Dollar beendete. Dies entsprach einem Rückgang von 611 Dollar oder 11,6 PRozent für den Monat. Es sieht so aus, als ob sich eine Bodenbildung abzeichnet, obwohl die Volatilität weiterhin erhöht ist.
Warum fällt der Goldpreis in Zeiten globaler Unsicherheit?
Wir verstehen, warum die Anleger von der Wertentwicklung des Goldes in einem Monat der globalen Turbulenzen enttäuscht sind. Der Verkaufsdruck überwog die Nachfrage nach sicheren Anlagen und die Käufe der Zentralbanken. Allerdings ist eine solche Kursentwicklung im historischen Kontext betrachtet nicht ungewöhnlich.
Gold fiel zu Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 und erneut in der Anfangsphase der Pandemie im Jahr 2020 stark ab. In beiden Fällen wurde die anfängliche Reaktion durch Liquiditätsbedarf, steigende Zinsen und einen stärkeren Dollar ausgelöst. Eine ähnliche Dynamik war nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 zu beobachten. Rohöl stieg auf über 100 Dollar pro Barrel, was zu höheren Zinssätzen und einem stärkeren US-Dollar beitrug, und nach einer kurzen Rallye fiel Gold um etwa 18 Prozent.
Auch wenn jeder dieser Zeiträume von unterschiedlichen grundlegenden Bedingungen geprägt war, so zeigen sie doch, dass Gold in der Anfangsphase größerer globaler Verwerfungen Volatilität erfahren kann.
Öl, Zinsen und Dollar bleiben die Haupttreiber
Die aktuelle Krise bringt einen weiteren Ölschock und ein neues geopolitisches Risiko mit sich. Die höheren Ölpreise haben Inflationssorgen geweckt und zu steigenden Zinssätzen, einem restriktiveren Ausblick der Federal Reserve und einem stärkeren Dollar beigetragen. Diese Kräfte belasten Gold vor allem kurzfristig und können durch den systematischen und algorithmusgesteuerten Handel verstärkt werden.
Gleichzeitig hat Gold seit 2024 stark zugelegt, weshalb ein gewisses Maß an Gewinnmitnahmen nicht überraschend sein sollte. Starke Abflüsse aus Goldbarren-ETFs deuten darauf hin, dass Anleger Gewinne sichern oder Liquidität erhöhen, und Gold kann in Zeiten allgemeiner Marktturbulenzen oft als Liquiditätsquelle dienen.
Die Zentralbanken sind ein wichtiger Motor für die Goldnachfrage, auch wenn sich die Aktivitäten während der jüngsten Turbulenzen wahrscheinlich verlangsamt haben. Einige Länder geben der Liquidität in Stresssituationen Vorrang. Die Türkei zum Beispiel hat Berichten zufolge im März Gold verkauft oder getauscht, um ihre Währung zu stützen. Mehrere Golfstaaten gehörten in den letzten Jahren ebenfalls zu den größten Käufern, und ihre Aktivitäten könnten in nächster Zeit fluktuieren.
Sobald sich die Bedingungen stabilisieren, wird sich die Nachfrage der Zentralbank wahrscheinlich normalisieren. In der Zwischenzeit berichtet der World Gold Council von anhaltenden Käufen aus Ländern wie Indonesien, Guatemala und Malaysia, darunter sowohl neue als auch wiederkehrende Teilnehmer. Der allgemeine Trend zur Diversifizierung der Reserven, insbesondere weg vom US-Dollar, bleibt intakt.
Wir finden es ermutigend, dass die Marke von 4.000 Dollar trotz steigender Zinsen, eines stärkeren Dollars, ETF-Abflüssen und der Unsicherheit über die Aktivitäten der Zentralbank gehalten hat.
Selbst nach dem Ausverkauf im März liegt Gold immer noch um 349 Dollar bzw. 8,0 Prozent über dem Stand zu Jahresbeginn.
Vorausschauend wird nach dem Ende des aktuellen Konflikts das globale Umfeld wahrscheinlich wieder zu einem vertrauten Niveau der Unsicherheit zurückkehren. Die USA sehen sich weiterhin mit hohen Defiziten und steigenden Schuldendienstkosten konfrontiert, während die Bemühungen vieler Länder, ihre Abhängigkeit vom Dollar zu verringern, weiterhin andauern. Höhere Ölpreise bergen auch Risiken für das Wirtschaftswachstum. Vor diesem Hintergrund bleibt die langfristige Perspektive für Gold intakt.
Goldminen: Volatilität der Preise, Stabilität der Fundamentaldaten
Goldaktien fielen zusammen mit dem Goldpreis, wobei der MarketVector Global Gold Miners Index (MVGDXTR) im März um 21,4 Prozent zurückging. Dennoch liegt der Index seit Jahresbeginn mit 5,3 Prozent im Plus. Trotz der Volatilität läuft das Geschäft für die Goldminenbetreiber weitgehend wie gewohnt.
Sind Goldminen bei den aktuellen Preisen noch profitabel?
Bei den derzeitigen Goldpreisen bleibt die Rentabilität hoch. Gold im Bereich von 4.000 Dollar unterstützt weiterhin Wachstumsinvestitionen, Aktienrückkäufe und Dividenden. Die operativen Margen sind robust, wobei die All-in Sustaining Costs (AISC) laut Scotiabank durchschnittlich 1.867 Dollar pro Unze betragen.
Einen vollständigeren Überblick bieten die Vollkosten, die Steuern, Wachstumskapital, Exploration, Dividenden, Zinsen sowie allgemeine Verwaltungskosten umfassen. Scotiabank schätzt diese Kosten auf etwa 3.525 Dollar pro Unze. Steuern und Abgaben machen den größten Anteil aus und liegen weitgehend außerhalb der Kontrolle des Unternehmens.
Die Exploration ist ein Bereich, in dem Unternehmen über Flexibilität verfügen und die Investitionen spürbar gestiegen sind. S&P Global berichtet, dass die Exploration an den Minenstandorten im Jahr 2025 ein Rekordhoch erreichte und um 45 Prozent zunahm, während die gesamten Explorationsbudgets um 11 Prozent stiegen. Ob sich dies in den kommenden Jahren in einem Produktionswachstum niederschlägt, bleibt ein wichtiger Bereich, den es zubeobachten gilt.
Es wird erwartet, dass höhere Ölpreise die Kosten steigen lassen, aber die Auswirkungen könnten maßvoller sein, als manche erwarten. Die Energieabhängigkeit variiert je nach Betriebsart, wobei Tagebaue und abgelegene Standorte stärker auf Diesel angewiesen sind, obwohl Kraftstoff typischerweise etwa 7 Prozent der AISC ausmacht. Schätzungen von BMO Capital Markets deuten darauf hin, dass die Kosten bei einer Verdoppelung des Ölpreises um 10 Prozent bis 20 Prozent steigen könnten, allerdings unter der Annahme, dass keine Absicherung erfolgt.
In der Praxis sichern viele Bergbaugesellschaften die Treibstoffkosten ab und halten Lagerbestände vor, was die Auswirkungen steigender Preise verzögern und abmildern kann. Kinross Gold Corp. (4,31 Prozent des Nettovermögens der Strategie zum 31. März 2026) hat beispielsweise eine Sensitivität von etwa 3 Dollar pro Unze für jede Schwankung des Ölpreises um 10 Dollar pro Barrel angegeben, wenn Absicherungsmaßnahmen und regionale Preisfaktoren berücksichtigt werden.
Es wurden zwar keine Engpässe beobachtet, aber längere Unterbrechungen wichtiger Schifffahrtsrouten wie der Straße von Hormus könnten zu Problemen führen, insbesondere in Teilen Afrikas und Asiens. Ein erheblicher Teil der Produktion findet jedoch in Nord- und Südamerika sowie in Australien statt, wo die Energieversorgung in der Regel stabiler ist.
Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir nicht davon aus, dass sich die Gewinnerwartungen in der Goldbranche infolge des jüngsten Ölschocks wesentlich ändern werden. Gold und Goldaktien sind unter Druck geraten, aber sobald die derzeitige Phase der Volatilität nachlässt, bleiben die gleichen Faktoren, die Gold über 5.000 Dollar gestützt haben, weiterhin bestehen.
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Imaru Casanova
Imaru Casanova ist Portfoliomanagerin Gold und Edelmetalle bei VanEck.VanEck ist familiengeführt und konzentriert sich auf die langfristigen Interessen ihrer Kunden. Seit Gründung im Jahr 1955 war vanEck federführend in Sachen Innovation und hat Anlegern Zugang zu neuen Investmentmöglichkeiten wie Goldfonds, Schwellenländerfonds und ETFs verschafft. Die ETFs sind transparent: Es gibt keine synthetische Replikation. Es werden keine Wertpapiere verliehen.