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Die wichtigsten Börsenwerte zur Fußball-WM – Hoffnung auf das große Geschäft

Benjamin Feingold, Feingold Research

Die Fußball-WM 2026 wird nicht nur sportlich ein Großereignis, sondern auch ein globaler Werbemotor. Aus Börsensicht stehen vor allem Adidas, Puma, Nike, Budweiser-Mutter AB InBev, Hyundai, Kia, Coca Cola und Visa im Fokus. Die Prognose: Der Effekt dürfte selten das Jahresergebnis allein drehen, kann aber Markenwert, Umsatzdynamik und kurzfristige Fantasie spürbar stützen.

Adidas könnte von der Fußball-WM in den USA in besonderem Maße profitieren - im Bild die Adidas-Arena in Herzogenaurach / Bild: Adidas

Adidas ist stark positioniert

Am stärksten positioniert ist Adidas. Der Konzern ist offizieller FIFA-Partner, stellt traditionell den Spielball und rüstet mehrere Top-Nationen aus, darunter Deutschland, Argentinien, Spanien, Mexiko und Japan. Gerade Deutschland ist besonders interessant: Es ist die letzte WM im Adidas-Trikot, bevor der DFB ab 2027 zu Nike wechselt. Das schafft Abschieds-Nostalgie und dürfte den Absatz von Deutschland-Artikeln antreiben. Zusätzlich profitiert Adidas von Argentinien und Lionel Messis Nachwirkung, von Retro-Designs und vom starken Fußballgeschäft in Europa und Lateinamerika. Die Erwartung: solide Rückenwinde für Marke, Onlinehandel und margenstarke Fanartikel. Wer dadurch auch von einem Schub für die Aktie rechnet, kann mit einem Turbo auf Adidas überproportional profitieren. Die Aktie hat ihren 1-jähreigen Abwärtstrend aktuell nach oben verlassen. Das Papier hat einen Hebel von 2,5, der die Kursbewegungen um diesen Multiplikator nach oben und unten verstärkt. Aufgrund der Hebelwirkung eignet sich ein Turbo aber nur für risikobereite Anleger. 

Nike und die wichtigsten TV-Märkte

Nike kommt anders, aber ähnlich stark ins Turnier. Der US-Konzern rüstet unter anderem die USA, Frankreich, England, Brasilien, die Niederlande und Kanada aus. Damit sitzt Nike direkt auf den wichtigsten TV-Märkten und auf mehreren Titelkandidaten. Besonders wertvoll ist die Heim-WM in Nordamerika: USA und Kanada geben Nike eine Bühne im eigenen Konsumraum. Gelingt einem Nike-Team der lange Lauf, steigt die Sichtbarkeit enorm. Das Risiko liegt eher in der operativen Umsetzung: Produktqualität, Lieferfähigkeit und Modegeschmack müssen stimmen, doch die Analysten von RBC Capital Markets sind skeptisch und haben den Titel kurz vor dem Beginn der WM herabgestuft. Anleger honorieren die jüngste Entwicklung bei Nike ebenfalls noch nicht, die Aktie bleibt im 1-jährigen Abwärtstrend stecken. Mit einem defensiven Discountzertifikat können Anleger mit einem Sicherheitspuffer in den Wert investieren und von einer Konsolidierung profitieren. Das Papier bietet einen Discount gegen fallende Kurse von rund 20 Prozent und einer Renditechance von 21,6 Prozent jährlich. 

Unterschiedliche Firmen und Zielsetzungen für die WM

Puma ist kleiner als Adidas und Nike, hat aber eine klare WM-Chance. Portugal, Schweiz, Österreich, Marokko, Senegal und Ghana geben der Marke Breite. Für Puma zählt weniger die offizielle FIFA-Fläche, sondern die Glaubwürdigkeit im Performance-Fußball. Ein Überraschungsteam wie Marokko kann mehr bewirken als teure Bandenwerbung. Die Prognose ist deshalb asymmetrisch: begrenzter Grundeffekt, aber hohe Marketingchance bei sportlichem Erfolg. Die Aktie von Puma hatte sich zuletzt seitwärts bewegt. Anleger können von dieser Tendenz mit einem Bonus-Zertifikat profitieren. Das ausgewählte Papier  hat einen üppigen Puffer zur Barriere von 37 Prozent und die Bonus-Rendite in Höhe von 22,4 Prozent ist ebenfalls ansehnlich. Allerdings ist die Laufzeit erst im Juni 2027 beendet. 

Budweiser steht für den Konsummoment rund um Spiele, Public Viewing und Feiern. Über AB InBev ist die Marke seit Jahrzehnten mit der WM verbunden. In den USA dürfte zudem das begehrte Light-Bier Michelob Ultra immer wieder zu sehen sein. Der Effekt verteilt sich auf Handel, Gastronomie, Sondereditionen und Kampagnen. Regulierung und lokale Alkoholregeln bleiben Risiken, doch die Gastgebermärkte sind für Bierwerbung grundsätzlich attraktiv.

Südkorea mischt auch kräftig mit

Hyundai und Kia profitieren weniger über direkten Verkauf vor Ort als über globale Präsenz. Als Mobilitätspartner der FIFA besetzen sie Logistik, Stadien, Shuttle-Flotten und TV-Sichtbarkeit. Das passt zur Elektrifizierungsstrategie: Die WM kann genutzt werden, um moderne, familien- und reisenahe Mobilität zu zeigen. Der Effekt ist langfristiger Markenaufbau.

Coca-Cola ist der Klassiker unter den WM-Gewinnern. Kaum eine Marke verbindet Sport, Sommer, Fanmeilen und Massenkonsum so eng. Der Hebel liegt in Reichweite, Sonderverpackungen, Handels-Promotions und Gastronomie. Die Aktie tendierte zuletzt aufwärts und hat aktuell ein neues Jahreshoch oberhalb von 80 USD erklommen. Auf Jahressicht ist die Aktie um rund 11 Prozent gestiegen. Anleger profitieren mit einem Discount-Call von diesem moderaten Aufwärtstrend, etwa dieses  Papier . Hier liegt die Renditechance bis zur Fälligkeit im Dezember 2026 bei rund 40 Prozent. Der Break-even liegt bei 76,32 USD. 

Visa  wiederum profitiert von Ticketing, Reisen, Merchandising und Ausgaben der Fans in Nordamerika. Je reibungsloser Zahlungen im Stadion- und Reiseumfeld funktionieren, desto stärker wird die Marke als Infrastruktur des Turniers wahrgenommen.

Fazit: Adidas hat den klarsten Fußballhebel, Nike die größte Nordamerika-Bühne, Puma die Außenseiterchance. Budweiser, Coca-Cola und Visa spielen den Konsum rund um das Turnier, Hyundai und Kia den globalen Imagegewinn.

Benjamin Feingold

Benjamin Feingold ist Mit-Gründer von Feingold Research. Feingold bringt als langjähriger Redakteur beim Börsenmagazin “Börse Online” und der Wirtschaftszeitung “Financial Times” mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung  mit. Er ist in zahlreichen Medien als Experte gefragt. Er ist außerdem mit Robert Lang Autor von “Handeln mit Futures und Optionen”.